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Sonntag, 2018-06-24

Eingangsverfahren

1 Eingangsverfahren

Die Leistungen des Eingangsverfahrens erstrecken sich über drei Monate. Während dieser Zeit soll der neue Mitarbeiter die Möglichkeit erhalten, in der Einrichtung "anzukommen" sowie Personen und Strukturen kennenzulernen.
Parallel dazu soll mit Hilfe entsprechender Verfahren (Modul Diagnostik) festgestellt werden, ob die Werkstatt die geeignete Einrichtung für die Teilhabe der behinderten Menschen am Arbeitsleben ist, welche Bereiche der Werkstatt und welche Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für den behinderten Menschen in Betracht kommen. Zum Ende des Eingangsverfahrens wird ein individueller Eingliederungsplan mit Kompetenzanalyse erstellt. Als Testverfahren finden in den Wolfsteiner Werkstätten der Hamet elementar sowie Hamet 2 Modul 1 Anwendung.

1.1 Die beiden Kernmodule

Das Modul Heilpädagogische Beziehungsgestaltung
Heilpädagogische Beziehungsgestaltung beginnt mit dem Moment des Erstkontaktes während des Aufnahmegespräches in den Wolfsteiner Werkstätten. Heilpädagogische Beziehung beinhaltet immer ein personales Angebot, welches Eigenaktivität und Selbstbestimmung des Gegenüber berücksichtigt. Für die heilpädagogische Praxis entwickelte Flosdorf verschiedene methodisch - didaktische Konstrukte (siehe Bewusstheitsgrad in Flosdorf 2004). Der Aspekt der Selbst- und Fremdwahrnehmung, explizit das ganzheitliche Wahrnehmen und tragfähige, professionelle Beziehung bestimmt die Qualität der heil- und förderpädagogischen Förderkonzepte und bildet die Basis für einen positiven Verlauf der Maßnahme.

Das Modul Arbeit am Selbstkonzept
Die wichtigsten Elemente eines Selbstkonzepts als lebendiges, sich wandelndes und vernetzendes Systems sind die Selbsteinschätzung, das Körperkonzept, das Fähigkeitsselbstkonzept, die Selbstbewertung und das Selbstbild eines Menschen (siehe Eggert 2003).
Menschen mit Behinderungen haben im Laufe ihres Lebens durch verschiedene Quellen zur selbstbezogenen Information wie Fremdbeurteilungen, sozialer Vergleich, innerer Dialog aus Selbstbeobachtung und selbstbezogenen Denken sowie durch Informationen der Sinnessysteme, oft ein negatives und unzureichendes Selbstkonzept entwickelt. Wir sehen es daher als unsere pädagogische Kernaufgabe, unseren Mitarbeitern den Zugang zur Wahrnehmung eigener Fähigkeiten zu eröffnen, eine andere Kenntnis und Bewertung seiner Fähigkeiten zu ermöglichen und sie in der Erlangung eines realeren und positiveren Selbstkonzepts zu unterstützen.