Gleich – oder doch anders?

- Ein Erfahrungsbericht des TexStyle -Teams -

Texstyle die Reinigung – das sind wir: Alex, Andreas, Bernhard und Silvia – Menschen mit Handycap.
Jeder von uns hat in den wolfsteiner werkstätten in verschiedenen Produktionsgruppen gearbeitet, als Karin, die Gruppenleiterin der Wäscherei auf uns zukam um uns das Projekt „Übernahme einer chemischen Reinigung in der Stadt Freyung“ vorzustellen.

Viele Gefühle beherrschten uns. Raus aus den wolfsteiner werkstätten, die vertraute Arbeitsgruppe und Freunde verlassen, neue Arbeiten erlernen und vieles mehr.

Was kommt da auf uns zu?
Können wir uns in ein neues Arbeitsfeld einarbeiten?
Werden uns die Kunden akzeptieren?
Mit diesen und weiteren Fragen mussten wir uns auseinandersetzen.

Viele Gespräche mit der Projektleiterin Karin und den Fachdiensten der wolfsteiner werkstätten waren notwendig um ein klares Bild von unseren zukünftigen Aufgaben zu bekommen. Mit hohen Erwartungen aber auch Ängsten begannen wir im Frühjahr 2010 mit den Praktika. Die bisherige Betreiberfamilie Hans und Erna Kreuser nahmen uns sehr herzlich auf. Ebenso die Vermieterin Frau Zellner.

Gut das wir schon im Vorfeld über unsere Stärken und Schwächen gesprochen hatten, sodass jeder wusste, welcher Arbeitsplatz seinen Eignungen und Neigungen gerecht wird. Schnell merkten wir, dass alles etwas anders läuft als gewohnt. Ob es die flexiblen Pausen waren, oder dass wir auch für die Verpflegung, Reinigung und Nachschubbesorgung mitverantwortlich sind.

Für uns war dies eine aufregende Zeit, geprägt von Freude, Stolz aber auch Unsicherheit und Zukunftsangst. Bei Diskussionen und Gesprächen mit unserer Gruppenleiterin waren diese Gefühle immer das wichtigste Thema. Nach diesen Treffen fühlten wir uns immer wieder neu motiviert und gestärkt. Jeder von uns traf seine Entscheidung diese Chance zur Weiterentwicklung zu nutzen zu einem anderen Zeitpunkt.

Bei einem Planungsgespräch im Herbst 2010 waren die Rahmenbedingungen geklärt und wir besprachen unser weiteres Vorgehen, bis zum Jahresende 2010 hatten wir uns größtenteils eingerichtet und nach ein paar Resturlaubstagen ging es am 3. Januar 2011 los.

Aufgeregt und nervös waren wir alle.
Von Anfang an waren wir bei allen Entscheidungen mit eingebunden. Bei der Gestaltung der Arbeitsplätze, der Organisation der Abläufe bis hin zur Schaufenstergestaltung. Dadurch entwickelten wir bald eine gewisse Routine. Gut das uns Hr. Kreuser mit den Büglerinnen Ida und Christine unterstützte. Hr. Kreuser hilft uns immer noch auf ehrenamtlicher Basis.

Aller Anfang ist schwer! Aber heute nach einem dreiviertel Jahr sind wir uns darüber einig, dass jeder einzelne sich persönlich und fachlich weiterentwickelt hat und an seinen Aufgaben gewachsen ist. Bisher haben wir unsere Entscheidung nicht bereut.

Kein Tag ist wie der andere. Doch jeder bietet eine neue Chance Erfahrungen zu machen und zu lernen. Unserem Ziel, gute Arbeit zu leisten und unseren Kunden kompetent und immer freundlich zu begegnen sind wir schon sehr nahe gekommen. Das liegt sicher auch an den überwiegend freundlichen und netten Kunden, von denen viele positive Rückmeldungen über unsere Dienstleistung und unser Auftreten kommen.

Wir sind ein Team geworden, wir freuen uns über Lob, können aber auch berechtigte Kritik vertragen. Danke an Alle, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben und dieses Projekt betreut, genehmigt und somit ermöglicht haben.

Gleich? – Ja, wir bringen unsere Leistung wie jeder Arbeitnehmer in einem Betrieb
Doch anders? – Aber nur, weil wir eine etwas andere Art von Unterstützung und Anleitung brauchen.

(Dieser Bericht ist auch nachzulesen in der „Sozialcourage“ 4|11)

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